Osteoporosetherapie

Mit Osteoporose, auch als ‚Knochenschwund‘ bekannt, ist in der Orthopädie eine Erkrankung des Skelettapparats gemeint, bei der die Knochendichte sich erheblich verringert. Mit dem Alter nimmt die mineralische Substanz der Knochen ab und macht den Knochen dadurch porös und fragil – die Knochen sind anfälliger für Brüche, oft reicht dabei schon geringe Krafteinwirkung aus.

Wann besteht Beratungsbedarf?

Nicht selten entwickelt sich eine Osteoporose langsam und schleichend, in vielen Fällen sogar über längere Zeit vollkommen symptomlos. Erste Anzeichen können länger anhaltende Rückenschmerzen sein. Später kommt es zur Verformung des Rückens mit Verlust der Körpergröße. Osteoporose-Betroffene erleiden deutlich häufiger Knochenbrüche, auch bei unverhältnismäßigen Ursachen, z.B. bei leichten Stürzen, Drehbewegungen oder bloßem Abstützen mit einer Hand.

Lange Zeit nahm man an, dass es sich bei Osteoporose um eine Erkrankung handelt, die nur Frauen jenseits der Wechseljahre betrifft. Dass dem nicht so ist, zeigen immer mehr Fälle, in denen auch Männer erkranken. Doch in der Tat stellen Frauen, die sich in oder nach den Wechseljahren befinden, eine Risikogruppe dar, da die Produktion des knochenschützenden Hormons Östrogen abnimmt. So besitzen Frauen zwischen 40 und 90 Jahren im Vergleich zu Männern ein nahezu doppelt so hohes Risiko, an Osteoporose zu erkranken.

Ist in der Familie ein Fall von Osteoporose bekannt oder zeigte ein Elternteil bereits eine erhöhte Knochenbruchneigung, so sind möglicherweise auch die Nachkommen betroffen.

Allerdings spielen auch die Ernährung und der Lebensstil eine wichtigere Rolle. Rauchen und Untergewicht beispielsweise begünstigen die Entstehung von Osteoporose maßgeblich. Desweiteren können auch bestimmte Medikamente die Erkrankung bestärken.

Diagnoseverfahren bei Osteoporose

Bei der Diagnose werden zunächst die Risikofaktoren eingeschätzt (Alter, Vorgeschichte, Lebensstil, etc.), sowie einige Tests zur Beweglichkeit des Knochenapparats durchgeführt, um herauszufinden, inwieweit der Patient eventuell eingeschränkt ist.

Die Basis einer Osteoporose-Diagnostik ist die Knochendichtemessung (DXA). Bei dieser Methode wird durch eine strahlungsarme Röntgenmethode der T-Wertermittelt. Dabei handelt es sich um die Differenz zwischen dem Knochendichtewert eines gesunden Menschen und dem Wert des Patienten. Seit 2014 werden die Kosten des DXA-Verfahrens, unter bestimmten Berücksichtigungen des Osteoporoserisikos, von der Krankenkasse übernommen.

Zusammen mit der Anamnese kann der Arzt durch die Knochendichtemessung Rückschlüsse daraus ziehen, ob eine Osteoporose vorliegen könnte. Bei Vorliegen einer Osteoporose führen wir eine Blutabnahme zur Bestimmung der osteoporosespezifischen Blutmarker durch.

Osteoporosetherapie

Aufgrund des hohen Knochenbruchrisikos ist es Patienten mit Osteoporose angeraten die Sturzmöglichkeiten so weit es geht zu eliminieren – angeraten ist passendes Schuhwerk zu tragen und in der Wohnung und unterwegs auf mögliche Stolperfallen zu achten. Desweiteren kann es hilfreich sein, den Lebensstil zu ändern (z.B. Rauchen und Alkohol meiden), vermehrt leichten Sport zu betreiben und die Ernährung umzustellen (möglichst calciumreich).

Für die weitere Therapie können Medikamente hinzugezogen werden, um das Fortschreiten der Osteoporose zu stoppen (antiresorptiv) oder das Knochenmaterial wiederaufzubauen (osteoanabol). So werden bevorzugt Wirkstoffe aus der Gruppe der Bisphosphonate, die den körpereigenen Stoffen zur Knochenstrukturbildung ähneln, zum Aufbau der Knochendichte eingesetzt. Zusätzlich kann eine Medikation mit Calzium oder Vitamin D3 erfolgen.

Die Dauer der Therapie ist unterschiedlich und hängt davon ab, wie weit die Osteoporose bereits fortgeschritten ist und wie hoch das Risiko eines Knochenbruchs ist. Es ist daher von hoher Wichtigkeit, Osteoporose möglichst frühzeitig zu erkennen.

Die Osteoporose ist sehr gut behandelbar. Es muss also nicht zu Knochen­brüchen kommen. Voraussetzung ist allerdings eine früh­zeitige Diagnostik durch Knochen­dichte­messung. Diese sollte zur Frühdiagnostik offensiv eingesetzt werden.